Schiedsrichter Colin Boyce verlässt den Fußballkreis

von Benjamin Büschenfeld (Kommentare: 1)

Colin Boyce, einer der beliebtesten Schiedsrichter im Kreis Herford, verlässt den Fussballkreis und zieht aus beruflichen Gründen in die südenglische Grafschaft Cornwall.

Vor seinem letzten Einsatz bei einem Spiel der A-Jugend-Kreisliga in Enger erhielt Colin ein Präsent der Schiedsrichtervereinigung Herford. Da er auch zukünftig des Öfteren zurück in die Region kommt, wird man ihn sicherlich auch demnächst wieder einmal an den Sportplätzen treffen. "Good Luck und bis demnächst, Colin!", wünscht im der komplette Kreisschiedsrichterausschuss Herford.

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Kommentar von Colin Boyce |

Danke für die 22 Jahren im Fußballkreis Herford

Zunächst sage ich danke an den Kreisschiedsrichterausschuss.

Seit über 12 Jahren bin ich als Schiedsrichter tätig. Ich habe bis zur Kreisliga A gepfiffen. Zum Schluss noch in der Kreisliga B. Ich finde, dass jede Mannschaft das Recht auf einen fairen Schiedsrichter hat.

Aber der Schiedsrichter ist auch nur ein Mensch. Genau wie den Spielern können Fehler passieren. Er kann nur Entscheidungen nach Tatsachen fällen, die er auch gesehen hat und nicht vermutet. Deshalb mein Appell an alle Spieler, Trainer und Zuschauer: Unterstützt die Schiedsrichter denn sie müssen die Entscheidungen allein treffen. Fehler sind nicht ausgeschlossen. Ich habe nie absichtlich falsche Entscheidungen gefällt. Und denkt daran: Ohne Schiedsrichter würden keine Spiele ausgetragen!

Aber ich war nicht nur als Schiedsrichter sondern auch über 22 Jahre als Trainer, und in Vereinsvorständen tätig. Im Jugendbereich habe ich alle Altersklassen von den Minis bei TuS Dünne bis zur A-Jugend beim TuS Hunnebrock trainiert. Im Seniorenbereich war ich in der Kreisliga C und B ebenfalls als Trainer tätig. Meine große Leidenschaft war die C-Jugend, ein schwieriges Alter wo die Kinder zu jungen Männern werden.
Kritisch möchte ich die Entwicklung der letzten Jahre in Bünde anmerken. Die Probleme in den Vereinen sind vielfältig. In den Vereinen gibt es zu wenig Ehrenamtliche und da noch 9 Vereine auch zu wenig Spieler. Es kann nichts sein, dass Eltern im Januar fragen müssen, ob ihr Kind in der kommenden Saison noch in der Mannschaft spielen kann oder sich einen neuen Verein suchen muss. Kein Verein in Stadt Bünde oder in Kreis Herford kann für alle Altersklassen Mannschaften anbieten.
Hinzu kommt, dass die wenigsten Mannschaften qualifizierte Trainer haben. Es sollte nicht sein, dass ein 15- Jähriger als Trainer eine F oder E-Jugend trainiert, während die Mitglieder der Altherren über die Arbeit des Jugendlichen meckern. Anstatt sich zu freuen, dass Jugendliche Verantwortung übernehmen und diesen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Denn das würde die Qualität entscheidend verbessern. Etwas mehr Respekt für die Arbeit der Ehrenamtlichen wäre super.

Nach meiner Meinung sind 4 Vereine in Bünde ausreichend. Dadurch hätte jeder Verein mehrere Spielstätten und könnte für alle Altersklassen Mannschaften anbieten. Dadurch würde es in den Vereinen auch besser laufen. Heute haben die Ehrenamtlichen in den Vereinen häufig mehrere Posten. Vom Trainer über PR Manager bis Vorsitzenden reichen da die Posten. Da kommt schnell die Frage ob dieser Ehrenamtlich auch alle Aufgaben erledigen kann. Bei weniger Vereinen würden mehrere ehrenamtliche Vorstandsmitglieder und Trainers zur Verfügung stehen.

Und zum Schluss: Warum wird schon in den Kreisligen Geld für Spieler gezahlt? Das muss nicht sein, denn es ist Hobby und sollte in diesen Klassen auch Hobby bleiben.

Ich bedanke mich für die Zeit in Bünde und freue mich darüber, dass ich im Fußballkreis Herford tätig sein durfte.