Lob für sogenannte "Eltern-Regel"

von Benjamin Büschenfeld (Kommentare: 1)

JUGENDFUSSBALL: Vereine diskutieren erste Bilanz der Fairplay-Liga

Kreis Herford (NW). Zu einem Erfahrungsaustausch zur Fairplay-Liga hatten Benjamin Büschenfeld, Staffelleiter F-Junioren, und Holger Möller, Koordinator Spielbetrieb, vom Fußballkreis Herford ins Vereinsheim des SV Löhne-Obernbeck im Werretalstadion in Löhne eingeladen.

Rund ein Dutzend Trainer und Vereinsvertreter waren der Einladung gefolgt. „In einem halben Jahr wird Bilanz gezogen“, hieß es seinerzeit auf der gut vier Monate zurückliegenden Info-Veranstaltung. Bevor die Diskussionsrunde eröffnet wurde, sollten die anwesenden Trainer ihr positiven und negativen Erfahrungen kundtun. 

Schnell zeigte sich, dass die gemachten Erfahrungen, ob positiv oder negativ, sich meistens deckten. Positiven Zuspruch fand die „Eltern-Regel“. „Es ist jetzt viel ruhiger am Platz, und die Eltern sind viel ruhiger und entspannter beim und nach dem Spiel“, lautete der Zuspruch der Trainer. Ein weiterer positiver Effekt sei, dass keine Horden von Zuschauern mehr auf der Spielfeldlinie stehen, heißt es weiter aus der Runde. Die Kinder nutzten nun die komplette Breite der Spielfläche. Oftmals regelten die Spieler Fouls unter sich. Hier gab es jedoch auch Kritik: „Manche Kinder sagen nichts, weil sie sich unsicher sind oder sich nicht trauen“. Dann setze sich oft der „Stärkere“ durch. „Man muss den Kindern vielleicht auch etwas Zeit geben, um sich an die neue Situation zu gewöhnen, dass sie nun selbst die Entscheidungen treffen müssen. Bisher wurde ihnen das von einem Schiedsrichter ja abgenommen“, sagte Benjamin Büschenfeld. Bemängelt wurde in der Runde auch, dass einige Trainer sich nicht an die Regeln der Fairplay-Liga halten oder den Begriff „Fairplay“ scheinbar nicht kennen. Kritisiert wurde auch der Wegfall der „Mittellinien“-Regel. Kontrolliert gespielte Bälle dürfen dadurch vom Torwart wieder über die Mittellinie geschossen werden. Das führe in einigen Fällen zu purem „Herumgebolze“. Die erarbeiteten Punkte werden nun im Kreisjugendausschuss besprochen, und gegebenenfalls wird dann zur neuen Saison nachgebessert.

Für die laufende Hallenkreismeisterschaft würden einige Änderungen direkt umgesetzt. Da in den Sporthallen die räumliche Trennung der Zuschauer zum Spielfeld in den meisten Fällen nicht realisierbar sei und die Trainer nicht die Möglichkeit hätten, das Spiel aus einer gemeinsamen Coaching-Zone von der Seitenlinie zu begleiten, leitet ein Spielleiter die Spiele. Dieser soll von einer, in dem jeweiligen Spiel nicht beteiligten Mannschaft, gestellt werden. Der Spielleiter greift, vergleichbar wie zuvor die Trainer bei der Fairplay Liga, nur dann ins Spiel ein, wenn die Kinder nicht weiter wissen oder es zum Beispiel zu schwerwiegenden Fouls kommt. Ansonsten entscheiden die Kinder selbst.

Thema war auch die Frage, ob ab der Zwischenrunde offizielle Schiedsrichter angesetzt werden sollten. Hier war sich die Runde einig, dass auch hier ein Spielleiter wie in der Vorrunde ausreichend ist. Auf mehrfachen Wunsch kommt die „Mittellinien“-Regel in der Hallenkreismeisterschaft zur Anwendung, sprich ein kontrolliert gespielter Ball des Torhüters, darf nicht über die Mittellinie gespielt werden. Hiermit soll verhindert werden, dass der Ball von Tor zu Tor gebolzt wird.

Quelle: Neue Westfälische, 18.12.2012

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Kommentar von Florian |

Sehr gut! Verlasst den Weg nicht, den ihr eingeschlagen habt - es ist der richtige!