Fairplay Liga: In einem halben Jahr wird Bilanz gezogen

von Benjamin Büschenfeld (Kommentare: 0)

JUGENDFUSSBALL: Änderungen im Spielbetrieb beim F-Jugend-Staffeltag kontrovers diskutiert

Kreis Herford (tma). Über mangelndes Interesse am diesjährigen Staffeltag im Hengistsaal des Bünder Stadtgartens konnten sich Staffelleiter Benjamin Büschenfeld und Holger Möller vom Fußball-Kreisjugendausschuss nicht beklagen. Über 70 Vereinsvertreter der Vereine mit F-Jugendlichen waren neugierig, wie die bahnbrechenden Änderungen im Spielbetrieb ihrer Kinder in die Tat umgesetzt werden sollten. Kern der Änderungen ist die Abschaffung des Schiedsrichters und die "Verbannung der Eltern" in eine Fanzone mit einem Abstand von ca. 10-15 Metern vom Spielfeld.

"Wir wollen, dass die Kinder Erlebnisfußball und nicht Ergebnisfußball spielen. Ziel ist es, die Kinder zur Fairness zu erziehen und wieder etwas zum Bolzplatz-Charakter zurück zu kommen. Hier gibt es auch keinen Schiedsrichter!", erklärte Büschenfeld gleich zu Beginn der Tagung. Schnell wurde deutlich, dass die Mehrzahl der Teilnehmer mit der Fanzone wohl kein Problem hat. So gab es bei den Stadtmeisterschaften in Bünde bereits bei einem Probelauf fast nur positive Erfahrungen mit der neuen Zone.

Bei der Abschaffung des Schiedsrichters waren die Meinungen sehr geteilt. Viele Übungsleiter, insbesondere die Jüngeren, sahen die Änderungen optimistisch und können sich damit gut anfreunden. Skepsis herrscht jedoch bei vielen "alten Hasen", die sich für die Beibehaltung eines Spielleiters aussprachen. Klarer Wortführer dieser Gruppe war Dirk Unternbäumer vom SC Enger. "Bei großen körperlichen Unterschieden sind Kinder in diesem Alter nicht in der Lage zu entscheiden, ob es ein Foulspiel war oder nicht. Es darf aber nicht sein, das nun das Gesetz des Stärkeren zur Anwendung kommt", hat Unternbäumer große Bedenken. Büschenfeld und Möller warben um Geduld und versprachen, in etwa einem halben Jahr eine Bilanz zu ziehen, wie sich die Neuerungen bewährt haben. Mit einem Videoclip der WDR-Lokalzeit aus Südwestfalen wurde nochmals auf die positiven Erfahrungen des Fußballkreises Meschede hingewiesen. Mit einem Flyer zeigen die Verantwortlichen des Kreises auf, dass Fairness und Sportsgeist vor dem Gewinnen und falschem sportlichen Ehrgeiz stehen sollen. Holger Möller stellte schon jetzt klar, dass die Änderungen auch im Winter in der Halle zur Anwendung kommen werden. Bei guten Erfahrungswerten stellte er die Änderung auch für den Kreispokalwettbewerb für die Spielzeit 2013/14 in Aussicht.

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