Vereine sind nicht im Schiri-Soll

Bünde (BZ/sp). Ohne Schieds­rich­ter geht’s nicht: Auf­grund des anhal­ten­den Man­gels an Unpar­tei­ischen sucht der Fuß­ball­kreis hän­de­rin­gend Nach­wuchs. Ein neuer Anwär­ter­lehr­gang star­tet am Sams­tag, 13. Februar, in Kirchlengern.

Erich Wal­ken­horst ist Anset­zer der Schieds­rich­ter für die Spiele im Kreis Her­ford. Und regel­mä­ßig steht Wal­ken­horst vor dem Pro­blem, nicht aus­rei­chend Unpar­tei­ische zur Ver­fü­gung zu haben. »Viele Ver­eine erfül­len schon seit Jah­ren nicht ihr Schieds­rich­ter­soll, erwar­ten aber stets zu ihren Spie­len einen Unpar­tei­ischen. Schon jetzt lei­ten viele Sports­kol­le­gen jeden Sonn­tag Spiele, um über­haupt den Spiel­be­trieb eini­ger­ma­ßen auf­recht zu erhal­ten, bei dem der Spiel­be­trieb im Junio­ren­be­reich beson­ders lei­det«, sagt Erich Wal­ken­horst. Mitt­ler­weile ist es nicht sel­ten, dass sich Vor­stands­mit­glie­der der Clubs aus dem Kreis am Sonn­tag ein schwar­zes Tri­kot über­strei­fen und zur Pfeife grei­fen. »Wenn Ver­eine ihr Soll nicht erfül­len, muss der Vor­stand pro Halb­se­rie für jeden feh­len­den Schieds­rich­ter zwei Spiel­lei­ter zu C-Liga-Partien ent­sen­den«, erklärt Schieds­rich­ter­ob­mann Die­ter Wie­busch. Das sei zwar kein Ersatz für einen rich­ti­gen Schieds­rich­ter, aber immer­hin sei eine neu­trale Per­son am Platz. »Den gewünsch­ten Effekt hat die Aktion aber auch nicht gehabt«, gab es kaum neue Anwär­ter.
»Jeder Ver­ein bean­sprucht natür­lich nur beste Schieds­rich­ter. Das geht aber nicht, da ein Schieds­rich­ter auch sein Amt erler­nen muss«, sagt Wal­ken­horst. »Diese Chance bekommt ein jun­ger Kol­lege aber nur mit weni­gen Aus­nah­men, vor­nehm­lich dann aber auch von Ver­ei­nen, die auch genü­gend Schieds­rich­ter stel­len. Diese Clubs haben näm­lich auch begrif­fen, wie schwie­rig es ist, junge Schieds­rich­ter zu erhal­ten, die sich den Belei­di­gun­gen, Beschimp­fun­gen und Bedro­hun­gen von Offi­zi­el­len, Trai­nern und Spie­lern stel­len.« Wal­ken­horst: »Somit die Bitte an alle fuß­ball­spie­len­den Ver­eine bis zum Sams­tag, 13. Februar, tätig zu wer­den, und uns dann um 15 Uhr im Sport­zen­trum In der Mark in Kirch­len­gern bei einem Vor­ge­spräch und mit einem sport­li­chen Lauf­test viele neue Schieds­rich­ter­an­wär­ter vor­zu­stel­len.« Anmel­dun­gen kön­nen auch schon jetzt an den Kreis-Schiedsrichter-Obmann Die­ter Wie­busch gerich­tet wer­den. Möchte ein Ver­ein Bera­tung oder nähere Aus­künfte, kön­nen sich alle Inter­es­sier­ten an Erich Wal­ken­horst wen­den. »Wir kom­men auch gerne zu allen inter­es­sier­ten Ver­ei­nen und bera­ten sie«, sagt Wal­ken­horst. Etwa 50 Schieds­rich­ter, so sagt Die­ter Wie­busch, feh­len der­zeit im Kreis Her­ford. 125 Unpar­tei­ische sind aktiv. Als Negativ-Beispiel nennt der Obmann den SC Her­ford, dem gleich fünf Schieds­rich­ter feh­len. Nur auf­grund der hohen Anzahl an Jugend­mann­schaf­ten sei der SC nicht in der drit­ten Stufe des Drei-Stufen-Plans.

Quelle: Bünder-Zeitung, 09.02.2010

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